Use Case Stories aus der Praxis

Storytelling im Business bedeutet nicht, Geschichten auszuschmücken oder etwas zu inszenieren, das so nicht passiert ist. Im Kern geht es darum, reale Situationen so zu erzählen, dass andere Menschen sich darin wiederfinden.

Gerade für kreative Selbstständige ist das entscheidend. Viele kreative Angebote sind erklärungsbedürftig, individuell oder stark an die eigene Arbeitsweise gebunden. Potenzielle Kund:innen fragen sich oft nicht zuerst was du machst – sondern:

Ist das für mich relevant?

Versteht diese Person mein Problem?

Kann ich mir vorstellen, damit zu arbeiten?

Use Case Stories setzen genau hier an. Sie machen sichtbar, wie deine Arbeit konkret wirkt – nicht theoretisch, sondern im echten Alltag.

Mit Storytelling im Allgemeinen lohnt es sich, sobald eine gewisse Grundklarheit vorhanden ist:

  • Zielgruppe: Wen möchtest du erreichen? In welcher Situation steckt diese Person?

  • Botschaft: Wofür stehst du in deiner Arbeit?

  • Angebot: Wobei hilfst du konkret – ganz praktisch?

Use Case Stories ersetzen diese Klarheit nicht. Sie bauen auf ihr auf – und machen sie greifbar.

Was sind Use Case Stories?

Use Case Stories sind konkrete Anwendungsgeschichten. Sie zeigen, wie ein Angebot, ein Produkt oder eine Dienstleistung in einer realen Situation genutzt wird – und was sich dadurch verändert.

Im Mittelpunkt steht nicht deine Marke, sondern eine Situation aus der Perspektive der Nutzer:innen oder Kund:innen.

Die Grundlogik ist einfach:

  1. Eine Person steht vor einem konkreten Problem

  2. Sie nutzt ein Angebot oder arbeitet mit dir zusammen

  3. Etwas wird leichter, klarer oder besser lösbar

Use Case Stories sind weniger emotional als eine Heldenreise, aber deutlich konkreter als allgemeine Beschreibungen. Sie beantworten eine zentrale Frage:

„Wie sieht das in der Praxis aus?“

Wofür eignen sich Use Case Stories besonders gut?

  • erklärungsbedürftige Angebote

  • individuelle Dienstleistungen

  • Entscheidungen, bei denen Vertrauen wichtig ist

Wofür eignen sie sich weniger?

  • rein biografische Erzählungen

  • sehr abstrakte Visionen

  • Angebote ohne klaren Anwendungskontext

Anwendung für kreative Gründungen

Use Case Stories helfen dabei, deine Arbeit vom Ergebnis her zu erklären – nicht vom Prozess oder von dir selbst.

Beispiel:

  • Nicht: „Ich biete individuelles Branding.“

  • Sondern: „Eine Gründerin kam mit dem Gefühl, dass ihre Website zwar schön, aber unklar war. Gemeinsam haben wir ihre Angebote so strukturiert, dass Besucher:innen schneller verstanden haben, was sie anbietet – und erstmals konkrete Anfragen kamen.“

In der Personal Brand

Use Case Stories verschieben den Fokus weg von Selbstdarstellung hin zu Wirkung.

Du zeigst:

  • welche Probleme du erkennst

  • wie du arbeitest

  • für wen deine Arbeit funktioniert

Ohne zu behaupten, wie gut du bist.

Auf der Website

Besonders wirkungsvoll sind Use Case Stories auf:

  • Angebotsseiten

  • Landingpages

  • FAQ-Bereichen

  • Unterseiten mit konkreten Leistungen

Typische Struktur:

  • Ausgangssituation

  • Herausforderung

  • Vorgehen

  • Ergebnis / Veränderung

Nicht als Case Study mit Zahlenzwang – sondern als erzählte Situation.

In Social Media

Hier dürfen Use Case Stories klein sein:

  • kurze Situationen aus Projekten

  • typische Aha-Momente

  • wiederkehrende Probleme, die du beobachtest

Beispiel:

„Viele Kund:innen kommen mit dem Wunsch nach einem neuen Logo – und merken im Gespräch, dass eigentlich ihre Angebotsstruktur das Problem ist.“

Das ist bereits eine Use Case Story.

In der Angebotskommunikation

Use Case Stories helfen, Angebote verständlich zu machen, ohne sie zu erklären.

Statt Features zu listen, zeigst du:

  • wann dein Angebot gebraucht wird

  • wie es eingesetzt wird

  • was sich dadurch verändert

Häufige Stolpersteine beim Erzählen

1. Use Case Stories mit Erfolgsgeschichten verwechseln

Es geht nicht darum, alles positiv darzustellen. Auch Unsicherheiten, Umwege oder kleine Fortschritte sind relevant.

2. Zu allgemein bleiben

„Meine Kund:innen sind zufriedener“ ist keine Use Case Story. Erst die konkrete Situation macht sie greifbar.

3. Zu viel Fachsprache

Use Case Stories funktionieren nur, wenn sie nah an der Lebensrealität der Zielgruppe bleiben.

4. Nur Ergebnisse zeigen

Der Weg dorthin ist oft wichtiger als das Ergebnis selbst. Genau dort entsteht Vertrauen.

Ein Blick nach vorn – mit konkreten Geschichten

Use Case Stories machen kreative Arbeit verständlich, ohne sie zu vereinfachen. Sie zeigen nicht, wer du sein willst, sondern wie du konkret hilfst.

Gerade für kreative Selbstständige, deren Angebote oft erklärungsbedürftig sind, schaffen sie Klarheit, Vertrauen und Nähe – ohne Marketingdruck.

Wenn du Storytelling ganzheitlich nutzen möchtest, lohnt sich auch der Blick auf weitere Konzepte:

Die Heldenreise für größere Entwicklungen, die Origin Story für den Anfang deiner Arbeit oder Micro Stories für Nähe im Alltag.

Storytelling ist kein einzelnes Werkzeug – sondern das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven. Und genau darin liegt seine Stärke. sondern das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven. Und genau darin liegt seine Stärke.

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