Die Origin Story deiner Selbstständigkeit
Storytelling im Business bedeutet nicht, sich eine spannende Vergangenheit auszudenken. Es bedeutet, Zusammenhänge sichtbar zu machen: Warum etwas entstanden ist, wie es sich entwickelt hat und warum es heute so ist, wie es ist.
Gerade für kreative Selbstständige spielt Herkunft eine besondere Rolle. Viele Angebote entstehen nicht zufällig, sondern aus persönlichen Erfahrungen, Frustrationen, Beobachtungen oder Wendepunkten. Genau hier setzt die Origin Story an.
Mit Storytelling sollte man sich beschäftigen, sobald eine erste innere Klarheit vorhanden ist – nicht erst, wenn alles perfekt formuliert ist. Wichtig ist jedoch eine gewisse Vorarbeit:
Zielgruppe: Wer soll sich angesprochen fühlen?
Botschaft: Wofür stehst du – in einem Satz?
Angebot: Wobei hilfst du konkret?
Diese Grundlagen sind entscheidend, weil Storytelling keine Positionierung ersetzt. Es macht sie nachvollziehbar. Die Origin Story ist eines der klarsten Konzepte, um diese Verbindung herzustellen.
Das Storytelling-Konzept: Origin Story
Die Origin Story beschreibt den Ursprung eines Angebots, einer Marke oder einer kreativen Tätigkeit. Im Mittelpunkt steht nicht Erfolg, sondern der Anfang: der Moment, in dem etwas fehlte, nicht passte oder neu gedacht werden musste.
Die Grundidee ist einfach:
Menschen vertrauen dem, was sie verstehen können.
Eine gute Origin Story beantwortet Fragen wie:
Warum wurde genau dieses Angebot entwickelt?
Welches Problem oder welche Erfahrung stand am Anfang?
Was hat sich seitdem verändert?
Die Origin Story eignet sich besonders gut für:
persönliche Marken
kreative Selbstständigkeit
erklärungsbedürftige Angebote
Werte- und Haltungsarbeit
Weniger geeignet ist sie für:
rein funktionale Produkte
stark standardisierte Leistungen
anonyme Massenangebote
Wichtig: Eine Origin Story ist keine Lebensgeschichte. Sie zeigt nur die Aspekte, die relevant sind, um das heutige Angebot zu verstehen.
Übertragen auf den kreativen Alltag
Kreative Selbstständigkeit & Personal Brand
Die Origin Story hilft, den eigenen Weg einzuordnen, ohne sich in Details zu verlieren.
Beispielhafte Ansatzpunkte:
Ein Mangel, der selbst erlebt wurde
Ein Frustmoment im bisherigen Beruf
Eine Beobachtung, die etwas ausgelöst hat
Ein Umweg, der zu einer neuen Perspektive führte
Nicht entscheidend ist, wie spektakulär der Anfang war – sondern, warum er sinnvoll war.
Website & About-Seite
Statt einer klassischen Selbstbeschreibung funktioniert die Origin Story oft besser als roter Faden:
Ausgangspunkt: Was hat gefehlt oder nicht funktioniert?
Entwicklung: Was wurde ausprobiert oder gelernt?
Heute: Warum hilft diese Erfahrung anderen?
Mini-Beispiel:
Statt:
„Ich bin Illustratorin mit langjähriger Erfahrung.“
Lieber:
„Ich habe lange erlebt, wie visuelle Inhalte kompliziert erklärt wurden, obwohl sie klar sein könnten. Aus diesem Gefühl heraus habe ich begonnen, Illustrationen zu entwickeln, die komplexe Themen verständlich machen. Heute arbeite ich genau an dieser Schnittstelle.“
Social Media
Hier funktioniert die Origin Story in kleinen Fragmenten als Post:
kurze Rückblicke
einzelne Erkenntnisse
frühe Zweifel oder Fehlannahmen
Vergleiche zwischen „früher“ und „heute“
Nicht als Drama, sondern als Reflexion.
Angebots- & Positionierungskommunikation
Die Origin Story erklärt:
warum ein Angebot existiert
für wen es besonders sinnvoll ist
aus welchem Bedarf heraus es entstanden ist
So wird klar:
Dieses Angebot ist nicht beliebig – es hat einen Ursprung.
Häufige Stolpersteine
Häufige Denkfehler bei Origin Stories:
Zu ausführlich: Die gesamte Biografie wird erzählt.
Zu emotional: Pathos ersetzt Klarheit.
Zu unklar: Es bleibt offen, warum die Geschichte relevant ist.
Zu egozentriert: Die Verbindung zum Nutzen für andere fehlt.
Worauf kreative Gründer:innen achten sollten:
Fokus auf Relevanz, nicht auf Vollständigkeit
Klarer Bezug zum heutigen Angebot
Ruhiger, sachlicher Ton
Ehrlichkeit statt Dramatisierung
Eine gute Origin Story fühlt sich stimmig, nicht spektakulär an.
Was bleibt – und wie es weitergehen kann
Die Origin Story ist kein Selbstzweck. Sie hilft, den eigenen Weg verständlich zu machen – für andere und oft auch für sich selbst.
Gerade für kreative Selbstständige kann sie:
Orientierung geben
Vertrauen aufbauen
Komplexität reduzieren
Haltung sichtbar machen
In der Storytelling-Serie auf kreativ-gestartet wird deutlich:
Jedes Konzept erfüllt eine andere Funktion. Während die Origin Story erklärt, woher etwas kommt, zeigen andere Modelle, wie Veränderung passiert oder wie Angebote klar kommuniziert werden.